Traunstein/Traunreut – Ein Aufsehen erregendes Gewaltverbrechen, bei dem in dem Lokal „HexHex“ in Traunreut am 16. September 2017 zwei 31-jährige Gäste starben und zwei Frauen, darunter die Wirtin, schwer verletzt wurden, arbeitet das Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs an sechs Verhandlungstagen im Juli juristisch auf. Auf der Anklagebank sitzt ab 3. Juli ein zur Tatzeit 62 Jahre alter Mann aus Traunreut. Der Vorwurf: vollendeter und versuchter Mord in jeweils zwei Fällen, schwere und gefährliche Körperverletzung sowie ein Waffendelikt.
Der Fall hatte in den Medien hohe Wellen geschlagen. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Traunstein betrat der Täter kurz vor 22.30 Uhr das Lokal am St.-Georgs-Platz und eröffnete sofort das Feuer aus einer mitgeführten Langwaffe auf die vier Personen im Raum. Die beiden 31-jährigen Männer erlitten tödliche Verletzungen. Der Tatverdächtige setzte das Gewehr laut Anklage auch als Schlagwerkzeug ein. Die 50-jährige Wirtin und deren 28-jährige Bekannte wurden schwer verletzt. Bei der Wirtin sind bleibende Verletzungen zu erwarten. In der Wohnung des 62-Jährigen wurde neben der angeblichen Tatwaffe auch Munition gefunden, die einer entsprechenden Erlaubnis bedarf.
Der Täter war nach den massiven Attacken aus dem Lokal zu Fuß in unbekannte Richtung geflüchtet. Über Notruf wurde die Polizei über die Schüsse informiert. Die sofortige Großfahndung, die mit Unterstützungskräften der benachbarten Präsidien München und Oberbayern Nord, der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei eingeleitet wurde, führte zum Erfolg. Nach einer knappen Stunde konnte ein Mann festgestellt werden, der sich in unmittelbarer Nähe des Tatorts befand und auf den die bis dahin bekannte Personenbeschreibung passte. Der 62-Jährige wurde sofort nach der Tat vorläufig in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – dort ist der Mann bis heute untergebracht.
Gegenüber den Ermittlern hatte der Traunreuter bestätigt, sich in dem Lokal aufgehalten zu haben. Den Vorwurf, für die Verbrechen verantwortlich zu sein, wies er nach Angeben der Staatsanwaltschaft Traunstein jedoch zurück. kd