Waigel warnt Union vor Bruch

von Redaktion

Spaltung wäre „blind und töricht“ – Ärger um Merkel-weg-Rede eines CSU-Ministers

München – Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel warnt die Unionsparteien in scharfen Worten vor einer gefährlichen Staatskrise, sollten sie sich spalten. „Wer mit dem Gedanken spielt, eine bundesweite CSU könne 18 Prozent erreichen, während die CDU nur noch auf 22 Prozent kommt, ist blind für die Realität und töricht in der Strategie“, schreibt der ehemalige Bundesfinanzminister und CSU-Chef in einem Gastkommentar für unsere Zeitung.

Das Auseinanderfallen „würde nicht nur eine Krise der Unionsparteien und der regierenden Koalition bedeuten, sie könnte der Beginn einer gefährlichen Staatskrise sein, die an die Zeiten von 1929 bis 1932 erinnert“, warnte Waigel. CDU und CSU „würden sich im Bruder- und Schwesterkampf verhaken“.

Auch der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber warnte, bei einer Spaltung drohe das Ende des Volkspartei-Charakters. Der Ärger zwischen CDU und CSU flammt dennoch auch in Waigels schwäbischer Heimat wieder auf. Auf einem Dorffest im Allgäu soll Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) gesagt haben: „Merkel muss weg.“

Unterdessen warnte CSU-Chef Horst Seehofer Kanzlerin Merkel davor, ihn wegen eines Alleingangs im Asylstreit zu entlassen. „Wenn man mit dieser Begründung einen Minister entließe, der sich um die Sicherheit und Ordnung seines Landes sorgt und kümmert, wäre das eine weltweite Uraufführung. Wo sind wir denn?“, erklärte Seehofer gegenüber der „PNP“.

Die Vorbereitungen Merkels für einen Asyl-Gipfel am Sonntag haben unterdessen einen Rückschlag erlitten. Italiens Regierung fühlt sich bei den Vorbereitungen zum Mini-Gipfel zur Migration von den EU-Partnern übergangen. Die vier Visegrad-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei werden dem Gipfel in Brüssel zudem fernbleiben. lag/cd

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