EU-Daten: 156 710 ohne Bleiberecht

von Redaktion

Statistikamt schlüsselt Migrationszahlen auf – „Debatte völlig übertrieben“

Luxemburg – Deutschland weist im EU-Vergleich die meisten Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung auf. Im vergangenen Jahr lebten im Bundesgebiet 156 710 Personen ohne offizielles Bleiberecht, wie die EU-Statistikbehörde Euro- stat mitteilte. Das sind etwa ein Viertel aller Menschen, die sich ohne Papiere in der EU aufhalten. Insgesamt sank die Zahl.

Deutschland war demnach auch der EU-Mitgliedsstaat, der 2017 die meisten Nicht-EU-Bürger zur Ausreise anwies (97 165). Tatsächlich verließen mit 44 960 Menschen weniger als die Hälfte der Betroffenen die Bundesrepublik. Spanien ist laut Eurostat das Land, das am meisten Menschen an der Grenze abwies; 2017 waren es 203 025 Personen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert dazu auf, anstelle der Asyldebatte in Deutschland stärker den Blick nach Syrien und in den Jemen zu richten. „Es ist beschämend, dass die Weltgemeinschaft beim Sterben zuschaut. Dort ist nicht einmal 50 Prozent des Hilfsbedarfs gedeckt. Da ist die Flüchtlingsdebatte in Deutschland doch völlig übertrieben und greift zu kurz“, sagte Müller der „PNP“. Heute will Innenminister Horst Seehofer seinen „Masterplan Migration“ öffentlich vorlegen.  kna/dpa/mm

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