München – Eine günstige Wohnung im Umland kann zur Kostenfalle werden, wenn man täglich zur Arbeit in die Stadt pendeln muss. Das zeigt eine Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Auftrag der Postbank. In einer Modellrechnung wurde der Kauf einer durchschnittlich teuren 70-Quadratmeter-Wohnung in München jeweils mit einem Objekt im Umland verglichen. Analysiert wurde sowohl die Dauer der Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto.
Ergebnis: Das Pendeln ist für die Dachauer am lukrativsten. Grund dafür ist zum einen die gute Anbindung, durch die sich die Fahrtzeit reduzieren lässt. Zum anderen liegt der Quadratmeterpreis in Dachau derzeit rund 2000 Euro unter dem in der Landeshauptstadt. Das ergibt einen Kaufpreisvorteil, der erst nach 38,3 Jahren durch Zeitverlust und Fahrtkosten des täglichen Pendelns aufgezehrt ist. In den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Ebersberg und Freising ist der Quadratmeter zwar noch etwas günstiger zu haben als in Dachau. Allerdings dauert die Bahnfahrt aus den bevölkerungsreichsten Städten Germering, Vaterstetten und Freising länger, sodass der Kaufpreisvorteil schneller verfahren ist. In Germering und Vaterstetten besteht er 26,1 Jahre, in Freising 25,2 Jahre.
Bei der Nutzung des Pkw sind die Zeitspannen überall deutlich kürzer – sie liegen zwischen 10,1 Jahren in Ebersberg und 18,4 Jahren in Germering. Keine der untersuchten Städte zeigt Kostenvorteile für Autopendler im Vergleich zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Die Vorteile für Bus- und Bahnfahrer sind in Dachau mit einem Plus von 22 Jahren am größten. In Erding dagegen bestehen die Vorteile für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs nur knapp vier Jahre länger als für die Auto-Fraktion. sb