Schlauchboot-Bann auf der Isar?

von Redaktion

Tölzer Landrat will ausufernden Flussverkehr einschränken – auch für Privatpaddler

Bad Tölz – Beschwerden von Anwohnern und Naturschützern, dazu Retter im Dauereinsatz – Bootsfahrten auf Bayerns Flüssen sind nicht nur eine große Gaudi und ein lukratives Geschäft, sondern zum Teil auch eine Belastung für die jeweilige Region. Besonders beliebt für Bootstouren ist die Isar. An sonnigen Wochenenden tummeln sich dort unzählige Ausflügler auf Schlauchbooten, Kanus und Kajaks. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen will das Landratsamt den ausufernden Flussverkehr nun eindämmen. Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) kündigte im Kreistag an, man werde sich „auf den schwierigen Weg“ zu einer Verordnung begeben, um die Freizeitnutzung auf der Isar zu beschränken.

Zuvor hatte das Landratsamt eine Umfrage durchgeführt, in der sich die Teilnehmer dazu äußern konnten, wie die privaten und gewerblichen Bootsfahrten künftig geregelt werden sollten. Während Fischer, Naturschützer und Rettungsorganisationen in vielen Bereichen Verbote anmahnten, sprachen sich Bootsfahrer und Paddler kaum überraschend für weniger starke Einschränkungen aus. Landrat Niedermaier schlussfolgert aus der Umfrage, dass sich der Großteil der Befragten klare Regelungen für die Isar wünsche. Wie diese rechtlich umgesetzt werden können, müsse nun geklärt werden. Ein erster Schritt werde aber die Durchsetzung des gewerblichen Nutzungsverbots in Naturschutzgebieten sein. Bislang wurde die Isarnutzung dort toleriert.

Umweltschützer begrüßen die Pläne. Sie sagen, die Nutzung der Isar habe in den vergangenen Jahren Ausmaße angenommen, die nicht mehr tragbar seien. Anbieter für Bootsfahrten reagierten erwartungsgemäß skeptisch. Ihr Argument: Häufig seien es eher die privaten Paddler, die ihren Müll nicht mitnehmen und keine Rücksicht auf die Natur nehmen. Es gebe sinnvollere Maßnahmen als vollständige Fahrverbote, um die Probleme in den Griff zu bekommen. va/dg

Artikel 8 von 11