München – Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hat sich vom umstrittenen Sprachleitfaden des Senderverbundes distanziert. Er persönlich verwende Formulierungen wie „Profitmedien“ für die Privaten nicht, „weil eine Verschärfung der Tonlage niemandem nutzt“, sagte Wilhelm in einem Gespräch mit unserer Zeitung.
Das von der Linguistin Elisabeth Wehling verfasste sogenannte „Framing Manual“ sorgt sein Tagen für heftige Diskussionen, vor allem in den Sozialen Netzwerken. Es soll Mitarbeiter des Senderverbundes unter anderem dazu anleiten, in Debatten über die Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks „moralisch“ zu argumentieren. Bei dem Papier handele es sich um eine Unterlage zur Verwendung in Workshops und nicht um eine verbindliche Kommunikationsstrategie oder gar um eine Handlungsanweisung, betonte der ARD-Chef, der zugleich Intendant des Bayerischen Rundfunks ist.
Für das 89 Seiten umfassende „Framing Manual“ hatte der Senderverbund nach eigenen Angaben 120 000 Euro bezahlt. rog