München – Kreisstädte und große Gemeinden rund um München sollen durch Expressbusse miteinander verbunden werden. Der MVV arbeitet zusammen mit dem bayerischen Verkehrsministerium und den fünf betroffenen Landkreisen an einer Linienführung, in etwa drei Jahren sollen die ersten Expressbusse starten.
Insgesamt sind sieben Linien geplant, erklärte MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. Die Expressbusse sollen beispielsweise zwischen Starnberg und Wolfratshausen, Fürstenfeldbruck und Dachau oder Haar und Ismaning mit nur ganz wenigen Haltestellen pendeln. Fahrgäste müssten dann nicht mehr mit einer S-Bahn-Linie erst nach München reinfahren, dort umsteigen und mit einer anderen Linie wieder rausfahren, betonte der MVV. Die Busse sollen die Fahrzeit mit der S-Bahn in der Regel um zehn bis 20 Prozent unterbieten. „Alle Linien, die etwa 30 Minuten benötigen, sind attraktiv“, sagte einer der beteiligten Planer unserer Zeitung.
Der Freistaat beteilige sich am Ringbus-Konzept finanziell, sagte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU). Er sprach von einem „Pilotprojekt“. Das Ringbuskonzept bedeutet gleichzeitig den endgültigen Abschied von der früher verfolgten Idee einer auf Schienen geführten Stadt-Umland-Bahn, für die es im dicht besiedelten Außenbereich keine freien Trassen gibt. Auch das Expressbus-Konzept muss noch Hürden meistern. So ist das Straßennetz im Münchner Osten überlastet, Linienkorridore müssen erst gefunden werden. Ein Problem ist auch der Mangel an Busfahrern, der schon jetzt die Einführung neuer Buslinien verzögert. dw