Oft Ärger bei Anbieter-Wechsel

von Redaktion

2350 Fälle gemeldet – Grüne wollen 100-Euro-Strafe pro Tag

Berlin – Im letzten Jahr wurden bei der Bundesnetzagentur 2350 Fälle angezeigt, in denen der Telefon- oder Internetanschluss von Kunden nach einem Anbieterwechsel mehr als einen Tag lang tot war. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Für den Grünen-Abgeordneten Oliver Krischer ist diese Zahl „nur die Spitze des Eisbergs“. Er verwies darauf, dass in den Vorjahren mit rund 3000 Anzeigen ähnliche Werte erreicht wurden. „Das läuft so seit Jahren, ohne dass eine entscheidende Besserung in Sicht ist.“ Zumal die Dunkelziffer nicht angezeigter Ausfälle sicher weit höher liege. Der Abgeordnete schlug vor, künftig pro Tag ohne Anschluss eine Entschädigung von 100 Euro zu erheben, die die Firmen an die Kunden zahlen müssten. „Das dürfte den notwendigen wirtschaftlichen Druck ausüben, dass die Übergabeprozesse besser koordiniert und mehr Techniker eingestellt werden“, betonte Krischer. In England gebe es ein ähnliches Modell. Nach dem deutschen Telekommunikationsgesetz darf die Versorgung nach einem Anbieterwechsel nicht länger als einen Tag ausfallen; um Beschwerden kümmert sich die Bundesnetzagentur.  bms

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