München – Der Verkehrs-Streit zwischen Bayern und Österreich verschärft sich weiter. Die CSU-Verkehrspolitikerin Daniela Ludwig regt an, oberbayerische Landstraßen für den Transit zu sperren und so Tirols Vorgehen zu imitieren. „Wir sollten das Gleiche auf bayerischer Seite zur Skisaison machen“, sagte die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete unserer Zeitung. „Da wollen nämlich alle nach Österreich und fahren durch unsere Dörfer.“
In Tirol sind seit Samstag weitreichende Fahrverbote in Kraft getreten. 40 Beamte stoppten an zehn Kontrollstellen rund um Innsbruck Autofahrer, die von der Autobahn abfahren wollten. Sie ließen nur Anwohner oder Touristen mit einem Ziel in der Umgebung durch. Ziel: Maut-Ausweichverkehr und Stau-Umfahrungen durch die immer stärker belasteten Dörfer verhindern. Bis Mitte September gilt das an jedem Wochenende.
Über 1000 Autofahrer wurden auf die Autobahn zurückgewiesen, bilanzierte das Land Tirol gestern Abend. Die meisten Urlauber reagierten einsichtig, hieß es bei der Landesverkehrsabteilung. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte an, die Fahrverbote würden nächste Woche auf den Großraum Kufstein und Reutte ausgeweitet, eventuell auf weitere Orte.
CSU-Chef Markus Söder hatte am Freitag eine Klage des Bundes gegen die Politik mit Blockabfertigungen und Ausbremsen des Verkehrs gefordert. Zugleich beginnt die Suche nach einer Verhandlungslösung. Am 1. Juli trifft der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) die für Verkehr zuständige stellvertretende Tiroler Regierungschefin Ingrid Felipe (Grüne) in Rosenheim. Am 22. Juli soll es ein weiteres Treffen geben, berichtet die „Tiroler Tageszeitung“. cd/dw