Demokratie im Fegefeuer

von Redaktion

Steinmeier betont Wert objektiver Medien

Berlin – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat objektiven und unabhängigen Medien eine tragende Rolle für das Gelingen der Demokratie beigemessen und Attacken auf Journalisten verurteilt. „Die Demokratie braucht den Journalismus“, sagte er am Montag in Berlin bei einem Festakt zum 70-jährigen Bestehen der Deutschen Presse-Agentur. „Die Demokratie ist im Fegefeuer der News und Fake News mehr denn je auf verlässliche Quellen angewiesen, auf eine Gewichtung und vor allen Dingen Einordnung von Nachrichten.“

Zu seinem Entsetzen seien Journalisten und Politiker heute zunehmend Ziele von Angriffen, sagte Steinmeier vor rund 300 Gästen aus Politik und Medien. „Physische Gewalt bis hin zum Mordversuch oder gar Mord, wie wir es jetzt bei Walter Lübcke erlebt haben, das sind Anschläge auf die politische Kultur dieses Landes, auf den inneren Frieden. Das ist ein Alarmzeichen für die Demokratie.“

Steinmeier rief die Politik zu einem sorgfältigen Umgang mit Twitter auf. Das „minütliche Absetzen von Tweets“ habe die Qualität der Politik nicht gesteigert. „Ich würde es jedenfalls begrüßen, wenn auch künftig Zölle nicht via Twitter erhöht und Kriege nicht per Twitter ausgelöst werden – möglichst beides überhaupt nicht.“

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