Spannungen wegen Sea-Watch

von Redaktion

Deutschland und Italien liegen im Streit über Kapitänin

Rom – Im Streit um die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch beugt sich Italien nicht dem Druck aus Deutschland. Dort hat sich seit der Festnahme der deutschen Kapitänin Carola Rackete ein breites Bündnis an Unterstützern formiert. Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte sagte am Montag in Brüssel, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihn auf die 31-Jährige angesprochen. „Ich habe ihr gesagt, dass sich in Italien wie (…) auch bei ihr in Deutschland die exekutive Macht von der gerichtlichen Macht unterscheidet.“ Er könne als Regierungschef nicht eingreifen und den Richtern ein Verhalten nahelegen. Der Fall „liegt in den Händen des Gerichts“, sagte Conte.

Rackete war am Samstag mit dem Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ und 40 Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren. Sie wurde festgenommen und kam an diesem Montagnachmittag im sizilianischen Agrigent vor einen Ermittlungsrichter. Er muss entscheiden, ob der Hausarrest aufrecht erhalten bleibt. Sea-Watch erwartet Racketes Freilassung.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rackete nach Angaben ihres Anwalts Widerstand gegen ein Militärschiff gegen Vollstreckungsbeamte vor.

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