Seehofer und Salvini streiten

von Redaktion

Seenotrettung: Italien will Migranten nach Deutschland schicken

Rom/Berlin – Der politische Streit um die Seenotrettung verschärft sich. Italiens Innenminister Matteo Salvini drohte an, Busse mit Migranten aus den Hafenstädten in die deutsche Botschaft in Rom bringen zu lassen. Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ mit 65 Migranten an Bord erhielt am Sonntag die Erlaubnis, in Malta anzulegen. Von dort werden sie auf andere Länder verteilt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) forderte Salvini auf, die Dauerkrise zu beenden. „Wir können nicht verantworten, dass Schiffe mit geretteten Menschen an Bord wochenlang im Mittelmeer treiben, weil sie keinen Hafen finden“, schrieb er in einem Brief. Salvini wies das zurück: „Wir fordern die Merkel-Regierung auf, den Schiffen die deutsche Flagge zu entziehen, die Menschenhändlern und Schmugglern helfen, und ihre Bürger, die italienische Gesetze missachten, zurückzuholen.“

Unterdessen erhielten die Menschen an Bord des italienischen Rettungsschiffes „Alex“ die Erlaubnis, in Lampedusa an Land zu gehen. Das Schiff mit 41 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten war zuvor entgegen dem Verbot Salvinis in den Hafen eingelaufen. Damit folgte die „Alex“ dem Beispiel des deutschen Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“, das vor einer Woche trotz Verbots unter dem Kommando der Kapitänin Carola Rackete nach Lampedusa gefahren war.

Der österreichische Ex-Kanzler Sebastian Kurz sagte, er halte es für falsch, dass Hilfsorganisationen wie jene der Sea-Watch-Kapitänin Rackete im Mittelmeer gerettete Migranten nach Europa bringen. „Sie wecken damit nur falsche Hoffnungen und locken damit womöglich unabsichtlich noch mehr Menschen in Gefahr.“ Das Ertrinken werde erst enden, wenn Europa sicherstelle, dass jeder, der sich illegal auf den Weg mache, in sein Herkunftsland oder ein Transitland zurückgebracht werde.

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