München – Der staugeplagten Landeshauptstadt droht am heutigen Dienstag ein Verkehrschaos: Wegen eines Warnstreiks werden in München am Dienstagmorgen ab 3.30 Uhr zunächst keine U-Bahnen fahren, wie die Verkehrsgesellschaft MVG ihre Fahrgäste vorwarnte. Außerdem wird es auch auf den meisten Tram- und Buslinien am Vormittag voraussichtlich keinen oder nur sehr stark eingeschränkten Betrieb geben. Zum Streik aufgerufen sind alle Schichten bis in die Nachmittagsstunden, insgesamt mehrere hundert Beschäftigte. Fahren sollen zunächst die Tramlinien 19 und 20, aber auch hier dürfte es Einschränkungen geben. Die S-Bahn wird nicht bestreikt, da diese ein eigenes Unternehmen ist.
Ursache ist ein hausinterner Tarifkonflikt bei der MVG. Die Gewerkschaft Verdi fordert 200 Euro mehr Lohn im Monat und wirft der MVG vor, ihre Mitarbeiter schlechter zu bezahlen als die kommunalen Verkehrsunternehmen in Bayern, die sich an den Tarifvertrag Nahverkehr halten. „Busfahrer in Bamberg verdienen mehr als im teuren München“, kritisierte die Gewerkschaft. Der Arbeitgeber habe mit „Provokationen“ die Situation angeheizt, sagte der Münchner Verdi-Chef Heinrich Birner unserer Zeitung. Die MVG-Chefetage reagierte verärgert: „Wir haben kein Verständnis für diesen Warnstreik“, erklärten die Geschäftsführer Ingo Wortmann und Werner Albrecht. Die MVG betonte, dass sie eine Lohnerhöhung um einen insgesamt zweistelligen Prozentbetrag in mehreren Schritten bis Mai 2021 angeboten habe. Auch der Fahrgastverband Aktion Münchner Fahrgäste warf Verdi eine „unverhältnismäßige“ Aktion vor: „Für die Fahrgäste kommt dieser Komplettstreik aus heiterem Himmel“, kritisierte Sprecher Stefan Hofmeir. Birner reagierte darauf scharf: Der Fahrgastverband kenne „null Hintergründe“ und solle besser schweigen. dw