München – Bei der 2. S-Bahn-Stammstrecke in München gibt es erneut eine gravierende Planänderung. Die Bahn muss nun ein dritte Röhre bauen, einen Rettungstunnel für Notfälle. Dies bestätigte das Eisenbahn-Bundesamt unserer Zeitung. Auswirkungen auf Kosten und Zeitplan sind unbekannt, zu vermuten ist aber, dass sich die Fertigstellung des Mammutprojekts erneut verschieben wird – auf die Zeit nach 2028.
Es ist die zweite große Änderung am bisher 3,8 Milliarden Euro teuren Stammstreckentunnel innerhalb weniger Tage. Erst vergangene Woche hatten Freistaat, Bund und Bahn bekannt gegeben, dass am Hauptbahnhof zusätzlich ein Bahnhof im Rohbauzustand für die geplante U-Bahn-Linie 9 eingebaut werden muss. Allein dadurch verschiebt sich der Zeitplan um zwei Jahre – von 2026 auf 2028. Zudem wird am Ostbahnhof umgeplant – der neue Bahnhof für die 2. Stammstrecke soll nicht am Orleansplatz, sondern weiter östlich an der Friedenstraße entstehen.
Dass die Bahn als Bauträger noch weitere Umplanungen vorsieht, wurde damals verschwiegen. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte aber das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn mit: „Die Vorhabenträgerin hat dem Eisenbahn-Bundesamt in einer Besprechung vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass eine sogenannte dritte Röhre zur Entfluchtung geplant sei, mit der ursprünglich geplante Rettungsschächte entfallen sollen.“ Ursprünglich sollten Fahrgäste im Fall einer brennenden S-Bahn über insgesamt neun vertikale Rettungsschächte ins Freie flüchten. Statt der Schächte ist nun der Zusatztunnel geplant. Die Dimension des Bauwerks und seine Lage – auf gleicher Höhe mit den Gleisröhren oder tiefer – sind unklar. dw