Cottbus – Vor den Wahlen in Ostdeutschland verschärft sich in der AfD der Streit um den thüringischen Landeschef Björn Höcke. Führende westdeutsche AfD-Politiker forderten den Wortführer des rechtsnationalen „Flügels“ auf, beim nächsten Parteitag für die Wahl des Bundesvorstands anzutreten – und eine eventuelle Niederlage zu akzeptieren. Beim Auftakt des Landtagswahlkampfs in Brandenburg wurde Höcke in Cottbus indes von Anhängern gefeiert.
Der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Uwe Junge sagte der „FAZ“, Höcke müsse jetzt den Schneid haben, sich den Mitgliedern zu stellen. „Dann wäre das dann auch entschieden. Und ich bin mir sicher, er wird scheitern.“ Der hessische AfD-Landeschef Klaus Herrmann sagte, mit seinen Attacken habe Höcke die Machtfrage gestellt. Deshalb dürfe er sich beim Bundesparteitag im November nicht verstecken. Er müsse „den Mut haben, sich zu stellen“. Parteichef Meuthen sagte in der ARD, er würde es begrüßen, wenn Höcke anträte.
Höcke steht parteiintern in der Kritik. In einem Appell von mehr als 100 Mandatsträgern und Funktionären „für eine geeinte und starke AfD“ hieß es, Höcke habe „die innerparteiliche Solidarität verletzt“.