EU uneins über Seenotrettung

von Redaktion

Widerstand gegen Verteilungsregelung – Seehofer zuversichtlich

Helsinki – Deutschland und Frankreich haben bei einem EU-Treffen in Helsinki erfolglos versucht, eine europäische Übergangsregelung zur Verteilung von im Mittelmeer geretteten Migranten auf den Weg zu bringen. Die Verhandlungen mit anderen EU-Staaten werden nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer nun in den kommenden Wochen fortgesetzt. In der ersten Septemberwoche soll es dann noch einmal ein Sondertreffen auf Malta geben.

Seehofer zeigte sich trotz der ausgebliebenen Einigung zufrieden. „Ich denke, wir sind bei den sehr divergierenden Positionen am Ausgang der Diskussion jetzt doch einen wesentlichen Schritt weitergekommen“, sagte er. Er sei „ziemlich zuversichtlich“, dass man Anfang September zu einer Einigung kommen könne. Im Idealfall würde sich dann ein gutes Dutzend Staaten freiwillig an dem „kontrollierten Notfallverfahren“ für gerettete Menschen beteiligen.

Die von Deutschland und Frankreich initiierte Regelung soll verhindern, dass Italien und Malta Schiffen mit geretteten Menschen die Einfahrt in ihre Häfen untersagen. Beide Staaten hatten dies in der Vergangenheit mehrfach getan, weil sie befürchteten, mit der Verantwortung für die Migranten von den EU-Partnern alleine gelassen zu werden.

Widerstand gegen den deutsch-französischen Vorstoß kam unter anderem aus Italien. Das dortige Innenministerium lehnt vor allem ab, dass die Migranten nach den derzeitigen Plänen alle in italienischen oder maltesischen Häfen anlanden sollen. „Es ist nicht möglich, dass alle nach Italien oder Malta kommen“, sagte Innenminister Matteo Salvini. Man befürchte, dass nur Flüchtlinge (also die mit Chancen auf Asyl) auf andere Länder verteilt würden, und in den Erstankunftsländern die „Illegalen“ bleiben, „die schwer abzuschieben sind“, hieß es in eier Mitteilung.

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