Aufregung um Kunstrasenplätze

von Redaktion

EU prüft Verbot, DFB fordert Bestandsschutz für alle Spielflächen

Berlin/München – In der Diskussion um ein mögliches Verbot von Kunstrasen-Plätzen hat der Deutsche Fußballbund (DFB) einen Bestandsschutz für derzeit genutzte Spielflächen gefordert. „Gleichzeitig muss natürlich an nachhaltigen und bestmöglich umweltverträglichen Lösungen für die Zukunft gearbeitet werden“, sagte DFB-Vizepräsident Erwin Bugar. Der DFB gehe aber davon aus, dass sich die Belastungswerte für die Umwelt durch Kunstrasen-Plätze geringer darstellen, als das an mancher Stelle derzeit spekuliert werde.

Bugar spielt hier auf eine Studie des Fraunhofer-Instituts in Oberhausen an, die Experten zunehmend kritisieren. Die Studie hat das Plastikgranulat, mit dem der Kunstrasen auf Spielstätten aufgefüllt wird, als eine der größten Quellen für Mikroplastik in Deutschland ausgemacht. Mittlerweile räumt das Institut jedoch ein, dass die Datengrundlage vor allem auf Schätzungen beruhte. Man habe ein „Worst-Case-Szenario“ entworfen, um für das Thema zu sensibilisieren. Kritiker sprechen von Panikmache.    Eine neue Studie soll jetzt die Granulat-Menge, die von den Spielstätten in die Umwelt gelangt, „konkreter quantifizieren“.

Die Europäische Kommission hat in der Debatte ebenfalls versichert, die Balance zwischen Umweltschutz und gesellschaftlichem Nutzen zu wahren. „Natürlich sind wir uns der wichtigen Rolle bewusst, die Sportplätze bei der Förderung von körperlicher Bewegung, Gesundheit und sozialer Integration in der gesamten EU spielen“, teilte die Kommission unter Vorsitz von Ursula van der Leyen (CDU) mit. Ein Verbot sei ausdrücklich nicht das Ziel.

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