U-Bahn erwägt Bahnsteigtüren

von Redaktion

Sicherheitskonzepte an Bahnhöfen kommen auf den Prüfstand

München – Nach dem Tod des achtjährigen Kindes am Frankfurter Hauptbahnhof wird über die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen diskutiert. Mögliche Maßnahmen seien mehr Polizeipräsenz, eine stärkere Überwachung durch Videokameras und Umbauten an Bahnhöfen, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin.

In München hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) schon 2018 eine Machbarkeitsstudie zum Einbau von Bahnsteigtüren in Auftrag gegeben. „Die Studie wird in Kürze fertiggestellt“, sagte ein MVG-Sprecher. Am Freitag soll es erste Ergebnisse geben. Als sicher gilt, dass die geplante Innenstadt-Linie U9 so ein System erhalten wird. Der nachträgliche Einbau an bestehenden Bahnhöfen sei eine Herausforderung. Die Studie werde die technischen, baulichen und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen klären.

Auch Seehofer forderte eine Diskussion über das Anbringen von Schranken vor Bahnsteigen. Allerdings gebe es in Deutschland 5600 Bahnhöfe „mit völlig unterschiedlicher Struktur“. Am Geld dürfe ein Umbau indes nicht scheitern. Das sei „kein Argument“.

Bei der Videoüberwachung der S-Bahnhöfe hat München noch Nachholbedarf. Bisher sind 60 Bahnhöfe (von 150) mit Videokameras überwacht, bei vielen kleineren Außenstationen ist das nicht der Fall. Das Ausbauprogramm ist nahezu abgeschlossen, die SPD forderte schon im vergangenen Jahr Nachbesserungen, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) aus Kostengründen ablehnte. Zudem wurde gestern einmal mehr die Forderung nach mehr Präsenz von Sicherheitskräften laut. „Ein bewährtes, leider komplett vernachlässigtes Mittel sind Bahnaufsichten“, sagte der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky. Hier gibt es auch unorthodoxe Lösungen, etwa Einstiegslotsen an den Bahnhöfen.

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