München – Geht es nach dem Bundesumweltministerium, dann wird ab 2020 jede Tonne CO2 mit 35 Euro bepreist, ab 2023 mit 80 Euro und ab 2030 sogar 180 Euro. Doch was hieße das für den Verbraucher? Das haben jetzt, wie das Handelsblatt berichtet, Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), berechnet. Und ihr Fazit lautet: Wer in der Stadt in einer gut gedämmten Wohnung lebt und wenig Auto fährt, der wird durch die Steuer sogar besser gestellt. Wer aber in einem schlechter gedämmten Häuschen auf dem Land wohnt und mit dem Auto lange Strecken zum Arbeitsplatz zurücklegen muss, zahlt ordentlich drauf.
Laut den DIW-Berechnungen wird die Steuer vor allem Autofahrer treffen, aber auch fast alle anderen Bürger über ihre Heizungen. Das Gros der Deutschen heizt mit Gas, Kohle und Öl, und die fossilen Energieträger werden durch die Steuer um rund 30 Prozent teurer. Leichtes Heizöl würde sich bei einem Preis von 80 Euro je Tonne CO2 um 25,18 Cent pro Liter verteuern – aktuell kostet der Liter 66 Cent. Die Kosten für eine Kilowattstunde Gas (aktuell 6 Cent) stiegen um 1,92 Cent.
Auf eine vierköpfige Familie in der Stadt kämen damit jährlich Mehrkosten von 289 Euro zu. Die aber abgefedert werden, da die Erträge aus der CO2-Steuer ja teilweise an die Bürger zurückbezahlt werden sollen. In der Beispielrechnung des DIW käme dadurch für die Familie – vorausgesetzt, sie fährt wenig Auto – sogar ein jährliches Plus von 56 Euro zustande. Dabei gehen die Experten von einem Klimabonus von 80 Euro pro Haushaltsmitglied und einer Senkung der Stromsteuer aus.
Diese Rechnung klingt für den Bürger ganz gut, reicht aber nach Ansicht der DIW-Experten nicht, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Mit 80 Euro für die Tonne CO2 sind nach ihren Berechnungen maximal 43 Prozent der notwendigen Reduzierung im Gebäudesektor erreichbar.