Kampf gegen resistente Keime

von Redaktion

CSU fordert: Antibiotika-Produktion zurück nach Deutschland

München – Um die Verbreitung multiresistenter Keime einzudämmen, macht sich die CSU dafür stark, die Antibiotika-Produktion wieder nach Deutschland zu verlagern. Die Abhängigkeit von Ländern wie China und Indien, aus denen die meisten Antibiotika importiert werden, „gefährdet die Gesundheit der Patienten“, sagt Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, unserer Zeitung.

Ein wesentlicher Grund: Es kommt immer wieder zu Lieferengpässen bei bestimmten Antibiotika, Patienten müssen dann mit Alternativpräparaten behandelt werden. Besagte Medikamente haben oft ein unnötig breites Wirkungsspektrum, was wiederum unbehandelbare Resistenzen nach sich ziehen kann. „Um Todesfälle durch multiresistente Keime zu verhindern, muss man die Wirksamkeit von Antibiotika erhalten“, fordert Seidenath.     Allein bis zum Jahr 2050 könnten laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rund 2,4 Millionen Menschen in Europa, Nordamerika und Australien an Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben. Schon zwischen 2007 und 2015 hat sich die Zahl solcher Todesfälle in Europa mehr als versechsfacht. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass es in Deutschland pro Jahr zu rund 600 000 Ansteckungen mit diesen Erregern kommt; 15 000 Todesfälle seien demnach zu befürchten.

Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Forschern der Uniklinik Freiburg hat jüngst belegt, das sich extrem resistente Bakterien vor allem über Krankenhäuser verbreiten. Nur eine gute Krankenhaushygiene könne dies kontrollieren.  bn

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