Berlin – Der Sonderbericht des Weltklimarats zur Landnutzung treibt in Deutschland die Debatte über ein Umsteuern bei Landwirtschaft und CO2-Ausstoß an. „Wir müssen jetzt die Priorität auf Klimaschutz setzen“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).
Der Weltklimarat IPCC fordert in seinem Sonderbericht ein radikales Umsteuern bei der Bewirtschaftung von Land und Wäldern. Die Ausbeutung von Land, die Abholzung von Wäldern, Lebensmittelverschwendung und Emissionen aus der Landwirtschaft müssten drastisch reduziert werden.
Schulze drängte darauf, den Anteil des Öko-Landbaus in Deutschland auf die schon länger anvisierten 20 Prozent zu erhöhen. Indirekt kritisierte Schulze das bestehende System der Massentierhaltung und Intensivlandwirtschaft. Sie wandte sich dagegen, „dass wir Soja importieren, um Tiere zu füttern, Tiere in einer Menge, dass wir mit der Gülle nicht mehr klarkommen“. Dies sei „keine Landwirtschaft, die wirklich nachhaltig ist“.
„Die EU sollte nur noch nachhaltiges Soja und Palmöl importieren“, forderte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Er kritisierte, dass weltweit für Soja- und Palmölplantagen „alle vier Sekunden die Fläche eines Fußballfelds abgeholzt“ werde.
Eine andere, nachhaltige Agrarpolitik, inklusive einer Tierhaltung, „die auf Klasse statt Masse setzt“, forderte auch Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) räumte die Notwendigkeit für „mehr Nachhaltigkeit und die Schonung unserer Ressourcen“ ein. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, warnte, „dass sich das Zeitfenster für entschlossene Maßnahmen schnell schließt“.