Madrid – Die dramatische Lage auf dem spanischen Rettungsschiff „Open Arms“ hat sich nach zweieinhalb Wochen auf hoher See dramatisch zugespitzt. Verzweifelte Migranten sprangen am Sonntag ins Meer – offenbar, um zu versuchen, die nahe gelegene italienische Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen. Zuvor hatte Spanien der „Open Arms“ offiziell Algeciras in Andalusien als sicheren Hafen angeboten. Jedoch würde die 1800 Kilometer lange Fahrt erneut mehrere Tage auf hoher See für die erschöpften Migranten bedeuten.
„Ich habe veranlasst, dass der Hafen von Algeciras für den Empfang der OpenArms aktiviert wird“, erklärte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Option, nach Spanien zu fahren, sei „höchst unwahrscheinlich“, sagte ein Sprecher der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms. Die Migranten, die sich in die Fluten stürzten, reagierten offenbar auf die Nachrichten aus Spanien.
Auf einem auf Twitter veröffentlichten Video war zu sehen, wie Helfer versuchten, die Migranten aufzuhalten und zu einer Rückkehr auf das Schiff zu bewegen. Die Verzweiflung sei zu groß geworden, hieß es.