Damaskus/Berlin – Zum ersten Mal holt die Bundesregierung Kinder deutscher IS-Anhänger in die Bundesrepublik zurück. An der Grenze zwischen Syrien und dem Irak wurden laut einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag vier Kinder an Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats in Erbil übergeben. Es handele sich um drei Waisen und ein krankes Baby, sagte Abdel Karim Omar, Sprecher der kurdischen Behörden in Syrien, der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet.
Über die Rückkehr von IS-Kindern wird seit Längerem diskutiert. Die Bundesregierung hatte zunächst darauf verwiesen, dass es in Syrien derzeit keine deutsche diplomatische Vertretung gebe. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte im Juli entschieden, dass die Regierung Angehörige von IS-Kämpfern zurückholen müsse.
Es soll nicht die letzte Operation dieser Art sein. Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, die Regierung setze sich dafür ein, „dass auch weitere Kinder Syrien verlassen können“. Im Nordosten des Bürgerkriegslandes sollen sich noch 117 Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit befinden.