München – Die Bundesregierung will Flughäfen besser vor Drohnen schützen. Das Verkehrsministerium beauftragte die Deutsche Flugsicherung (DFS), einen Aktionsplan zur Kontrolle und Abwehr von Drohnen zu erstellen. Dadurch solle eine „systematische Drohnendetektion“ an Flughäfen sichergestellt werden, bestätigte eine DFS-Sprecherin unserer Zeitung. Der Plan solle Ende September stehen.
Die Zahl der gemeldeten Sichtungen des Flugverkehrs durch Drohnen stieg in den letzten Jahren, 2018 wurden 158 gemeldet – 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis einschließlich Juli 2019 gab es aber in Deutschland nur 79 sogenannter Detektionen, weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (95). Am Flughafen München gab es 2018 insgesamt 14 Sichtungen, in diesem Jahr bisher fünf Vorfälle, die Piloten an die An- oder Abflugkontrolle meldeten.
Geprüft wird den Angaben zufolge, ob sich eine 18 Kilometer große Verbotszone um Flughäfen einrichten lässt. Bislang dürfen Drohnen in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen nicht fliegen. Ein Bereich bis 1300 Meter Höhe könnte künftig von der Flugsicherung kontrolliert werden. Bundes- oder Landespolizei wären dafür verantwortlich, Drohnen in kritischen Situationen vom Himmel zu holen.
Drohnen hatten am Flughafen London-Gatwick Ende 2018 wiederholt den Flugverkehr lahmgelegt. Auch am Frankfurter Flughafen mussten im Mai wegen einer Drohne über 140 Flüge annulliert werden. In München hätten die Drohnen-Sichtungen bisher nicht zu einer Einschränkung des Flugbetriebs geführt, sagte ein Sprecher. dw