München – Immer häufiger wird die Bayerische Bergwacht zu Einsätzen in den heimischen Alpen gerufen: Die Zahl der Notrufe hat sich seit dem Jahr 2006 mit 1580 auf 3070 im vergangenen Jahr fast verdoppelt, teilte Thomas Griesbeck, stellvertretender Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, unserer Zeitung mit. Jedes Jahr kommen beim Wandern und Bergsteigen zwischen 80 und 100 Menschen ums Leben.
Vor allem im Sommer gibt es immer mehr Einsätze, was die Bergwacht auch darauf zurückführt, dass immer mehr Sportler mit E-Bikes auf die Berge fahren. Wurden die Bergretter im Jahr 2006 nur 160 Mal zu Fahrradunfällen gerufen, waren es im vergangenen Jahr 590 Notfälle – eine Steigerung von fast 270 Prozent. Laut Griesbeck ermöglichen die Räder mit Motorunterstützung Touren mit noch höheren Schwierigkeitsgraden und Steigungen. Jedes Jahr steigt laut Griesbeck der Zustrom in die Berge um zwei bis drei Prozent – und damit auch die Zahl der Einsätze. Das bringe die etwa 3500 Ehrenamtlichen des Rettungsdienstes an ihre Grenzen. „Der Tourismus floriert, die Besucher sind da. Die Infrastruktur passt. Es ist Lifestyle geworden, in die Berge zu gehen. Der Trend ist ungebrochen.“
Während die Bergwacht Alarm schlägt wegen der Einsatzdichte, vermeldet der Deutsche Alpenverein (DAV) für 2018 einen „historischen Tiefstand“ bei den Bergtoten ihres Verbands: Von 1,3 Millionen Mitgliedern seien im vergangenen Jahr 31 Menschen beim Bergsport gestorben, zehn weniger als 2017. Die Vereinsstatistik wird aus den Daten der Bergunfallversicherung gewonnen, welche die Mitglieder abschließen. bw