Baugenehmigungen brechen ein

von Redaktion

Rückgang von 10 Prozent in Oberbayern im ersten Halbjahr 2019

München – Die Zahl der Baugenehmigungen geht in Bayern ausgerechnet in den Regionen deutlich zurück, wo Wohnraum besonders dringend gebraucht wird: Darauf weist der Maklerverband IVD Süd hin. So liege der Rückgang in Oberbayern im ersten Halbjahr 2019 bei 10,5 Prozent. Besonders prekär sei die Lage in München: Im Vergleich zum starken 1. Halbjahr 2018 mit 5965 genehmigten Wohneinheiten waren es laut Statistischem Landesamt 2019 lediglich 4660 Wohnungen, was einem Minus von 21,9 Prozent entsprach. Dagegen stieg die Zahl in Niederbayern um 7,5 Prozent an.

In ganz Bayern betrug das Minus 4,8 Prozent. In Stückzahlen bedeutet das einen Rückgang von 32 103 neu zum Bau freigegebenen Wohnungen auf 30 560, erläuterte Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. Vor diesem Hintergrund seien die Entscheidungen des Koalitionsausschusses vom Wochenende kritisch. Kippes nannte die Verschärfung der Mietpreisbremse sowie eine Verlängerung des Bezugszeitraumes zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete auf sechs Jahre. Das werde sich negativ auf die Investitionsbereitschaft im Wohnungsbau auswirken.

Die bayerische Entwicklung verläuft teilweise deutlich negativer als im Bund, wo die Zahl gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 um 2,3 Prozent auf 164 600 sank. Mehrere Verbände machten den Mangel an Bauland verantwortlich für die Entwicklung. „Der Grundstücksmarkt, der den Flaschenhals für mehr Baugenehmigungen bildet, ist nahezu ausgetrocknet“, erklärte der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. „Falls überhaupt noch Bauland verfügbar ist, dann oft zu astronomischen Preisen. Deshalb scheitern viele Neubauvorhaben bereits an dieser Hürde.“

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