Biarritz – Mit einem Überraschungscoup auf dem G7-Gipfel will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wieder Bewegung in den gefährlichen Iran-Konflikt zu bringen. Völlig unerwartet traf Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gestern am Rande des Treffens der reichen Industrieländer (G7) im französischen Biarritz ein. Der Minister folge einer Einladung seines französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian, hieß es. Die Visite wirbelt das dreitägige Treffen der Staats- und Regierungschefs kräftig durcheinander. Es war zuvor schon von massiven Differenzen mit US-Präsident Donald Trump überschattet. Die Einladung Sarifs ist riskant, weil die USA den Iran als Feind ansehen und keine diplomatischen Beziehungen pflegen. US-Präsident Donald Trump wirft Teheran vor, sich zum Beispiel in Syrien oder im Jemen aggressiv in regionale Konflikte einzumischen. Trump setzt nun wieder auf eine Politik des „maximalen Drucks“ gegen den Iran.
Die Iran-Krise ist neben dem Handelskrieg der USA mit China, dem Umgang mit Russland und dem Brexit eines der Hauptthemen des Gipfels.