Berlin – Besitzer älterer Häuser dürfen auf mehr Fördergeld vom Staat hoffen, wenn sie im Sinne des Klimaschutzes in neue Fenster, umweltfreundliche Heizungen oder eine bessere Dämmung investieren. Das Bundesbauministerium setzt auf steuerliche Förderung, auch wenn nicht das gesamte Haus saniert wird. „Eine umfassende energetische Sanierung bei einem Haus aus den 60er oder 70er Jahren – das sind Ausgaben, die wenige stemmen können, auch wenn das Gebäude gut in Stand gehalten wurde“, sagte Staatssekretärin Anne Katrin Bohle (parteilos).
Zur Finanzierung der verschiedenen Klimaschutzvorhaben schlägt die CSU vor, eine staatliche Anleihe mit zwei Prozent Zinsen für Sparer auszugeben. Die CDU fordert zudem eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen. Unionsfraktionsvize Andreas Jung ist für eine „Umweltprämie“ von mehreren tausend Euro, wenn Hausbesitzer auf eine klimafreundlichere Heizung umsteigen. Das Klimakabinett der Bundesregierung will am 20. September ein Maßnahmenpaket beschließen.
Die stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzenden Andreas Jung (CDU) und Georg Nüßlein (CSU) begrüßten die Pläne. Dies sei „ein guter Weg, um Klimaschutz voranzubringen, Bürger zu beteiligen und Zinsfrust abzubauen“, sagten sie der dpa und betonten: „Die schwarze Null muss dabei stehen bleiben. Auch sie ist Ausdruck von Nachhaltigkeit.“
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kritisierte derweil in der „FAS“ die Anforderungen für Neubauten im geplanten Gebäudeenergiegesetz als zu niedrig. 2050 sollen Gebäude in Deutschland klimaneutral sein, also unterm Strich kein CO2 mehr ausstoßen. „Darum brauchen wir jetzt Neubaustandards, die uns beim Klimaschutz auf Zielkurs bringen.“