Brüssel – Der mangelnde Fortschritt bei der geplanten Abschaffung der Zeitumstellung in Europa ruft zunehmend Kritik hervor. „Hinter uns liegt ein verschenktes Jahr“, sagte der CDU-Europapolitiker Peter Liese am Donnerstag in Brüssel. „Die Mitgliedsstaaten müssen endlich handeln und den Bürgerwillen ernst nehmen.“
Die EU-Kommission hatte vor einem Jahr, am 31. August 2018, die Ergebnisse einer öffentlichen Befragung verkündet, wonach sich von 4,6 Millionen Teilnehmern mehr als 80 Prozent für die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung aussprachen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte darauf an, einen formalen Gesetzesvorschlag vorzulegen. Die Zeitumstellung sollte damit abgeschafft werden, die Staaten könnten künftig selbst entscheiden, ob sie dauerhaft Winter- oder Sommerzeit wollen.
Gut ein Jahr später gibt es im Kreis der EU-Staaten wenig Fortschritte. Ein großer Teil der Länder habe noch keine Position, hieß es aus Diplomatenkreisen in Brüssel. Es gebe die Sorge, dass die Auswirkungen einer Änderung nicht ausreichend erforscht und analysiert seien.