Feldafing – Die CSU-Spitze will bei der Parteireform auf allzu radikale Einschnitte verzichten. Es werde keine generelle Amtszeit-Begrenzung auf zehn Jahre für Orts-, Kreis- oder Bezirksvorsitzende geben, verlautete am Rand der CSU-Klausur in Feldafing. Auch die Schaffung einer reinen Online-Vollmitgliedschaft unabhängig vom Wohnort mit vollem Stimmrecht ist wegen Rechtsbedenken umstritten. Das Amtszeit-Limit ist im Gespräch, weil Parteichef Markus Söder es für das Amt des Ministerpräsidenten einführen will. Es auf die Partei zu übertragen, würde nach internen Schätzungen rund die Hälfte der einflussreichen Kreis- und Bezirksvorsitzenden die Ämter kosten. Der Ärger dort wäre wohl groß.
Offen ist noch, ob die CSU die Frauenquote auf Kreisvorstandsebene ausweitet; oder die bestehende Quote auf Landes- und Bezirksebene von 40 auf 50 Prozent erhöht. Hier gibt es Widerstände der JU. Generalsekretär Markus Blume sagte, er wolle auf dem Parteitag (18./19. Oktober in München) „keine Schlachten wie vor zehn Jahren“ erleben. Ziel der seit Monaten beratenen Reform bleibt, die Partei moderner, jünger und weiblicher zu machen. cd