Berlin – AfD-Chef Alexander Gauland hat die Aussage, seine Partei sei bürgerlich, in einem Interview verteidigt. Zwar gebe es „immer wieder Leute, die nicht in diese Bürgerlichkeit passen“, sagte er der „FAZ“. Man dürfe diese Personen aber nicht als Maßstab für die ganze Partei nehmen. „Ich kann ja nichts dafür, wenn einige Leute spinnen, von denen man sich dann auch trennen muss“, sagte er mit Blick auf die inzwischen aus der Partei ausgeschlossene Ex-Landeschefin in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein.
Gauland betont immer wieder, die AfD sei bürgerlich. Zugleich protegiert er aber Figuren wie Brandenburgs Parteichef Andreas Kalbitz, dem zuletzt Verbindungen ins rechtsradikale Spektrum nachgewiesen wurden. Im brandenburgischen Wahlkampf zitierte Gauland selbst eine alte NPD-Parole. Dazu sagte er: „Ja – und? Es kann ja sein, dass irgendwer einen Gedanken hatte, der nicht von vornherein falsch ist.“
Selbst den thüringischen Landeschef und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke hält Gauland für bürgerlich. „Man kann der Meinung sein, dass manche Positionen von Höcke stärker an einer nationalen Gemeinschaft als am bürgerlichen Segment orientiert sind“, sagte er. Trotzdem könne er „nicht finden, dass Höcke nicht bürgerlich ist“. mmä