Berlin – Die schwarz-rote Koalition will in einigen Handwerksberufen wie Fliesenleger, Orgelbauer oder Raumausstatter die Meisterpflicht wieder einführen. Das teilten Unions-Fraktionsvize Carsten Linnemann und SPD-Fraktionsvize Sören Bartol in Berlin mit. „Wir sind davon überzeugt, dass der Meisterbrief im deutschen Handwerk die beste Garantie für Qualitätsarbeit, Verbraucherschutz, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft liefert“, teilten beide mit.
Bei der Handwerksreform 2004 war in 52 Berufen die Meisterpflicht gefallen. Jetzt steuert die Koalition um. Nach Experten-Anhörungen wollen Linnemann und Bartol ihrer Koalition die Rückkehr zur Meisterpflicht für zwölf Gewerke vorschlagen. Entscheidend sei dabei, ob es sich um gefahrgeneigte Handwerke handelt, deren unsachgemäße Ausübung eine Gefahr für Leben und Gesundheit bedeutet. „Außerdem sollen solche Handwerke berücksichtigt werden, die vom Kulturgüterschutz erfasst werden oder als immaterielles Kulturgut anzusehen sind“, heißt es weiter.
Der Zentralverband des Handwerks dringt seit Langem auf eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen. Handwerkspräsident Peter Wollseifer sagte, seit der Reform der Handwerksordnung vor 15 Jahren sei es „zwar nicht in allen Gewerken, aber in einigen besonders augenfällig zu Fehlentwicklungen gekommen“.
Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, dürfen ihr Handwerk weiter ausüben. Laut Medienberichten hatten insgesamt 32 Berufsverbände beim Wirtschaftsministerium die Rückkehr zur Meisterpflicht gefordert. plt/afp/dpa