Berlin – Die Beratung der Deutschen Rentenversicherung zur Altersvorsorge zeigt laut Stiftung Warentest deutliche Schwächen. „Das Ergebnis hat nicht überzeugt, mehr als ein ,Ausreichend‘ konnten wir nicht vergeben“, sagte Vorstand Hubertus Primus gestern in Berlin. „Das muss im Interesse der 55 Millionen gesetzlich Rentenversicherten besser werden.“ Die Rentenversicherung will nun ihr Beratungsangebot prüfen und gegebenenfalls verbessern.
80 Tester hatten Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung aufgesucht, um sich zu ihrer Altersvorsorge beraten zu lassen – Versicherte haben einen Anspruch darauf, sich von der gesetzlichen Rentenversicherung kostenlos zu allen Renten beraten zu lassen. Dazu gehören neben den gesetzlichen auch Riester- und Rürup-, betriebliche sowie private Rentenanwartschaften. Es waren vor allem die Informationen zum eigenen gesetzlichen Rentenanspruch, die im Test „noch akzeptabel“ waren. Viel zu selten ermittelten die Berater demnach aber das Gesamtrenteneinkommen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge und gaben Rat zum Ausbau der Rentenansprüche. Den Teilbereich „Lösen des Beratungsanliegens“ bewerteten die Tester deshalb mit „mangelhaft“. In 80 Beratungen bezogen lediglich 15 Berater alle Renten – gesetzlich, betrieblich, privat – mit in die Analyse ein. Ebenfalls nur 15 Berater setzten für die systematische Erfassung der Rentenansprüche den hauseigenen Analysebogen ein. Nur 14 von 80 Beratern sprachen überhaupt das Thema Rentenlücke an. Die Stiftung Warentest rät, sich vor dem Beratungstermin selbst gut vorzubereiten.