Berlin – Horst Seehofer reagiert schwer verärgert auf die Kritik aus der Union an seiner Migrationspolitik. Er hält an seinem Vorstoß fest, in einem Automatismus künftig 25 Prozent der von Helfer-Schiffen aufgenommenen Mittelmeer-Migranten nach Deutschland zu lassen. „Ich weise die Kritik an diesem Verfahren aufs Schärfste zurück. Es ist unglaublich, dass man sich als Bundesinnenminister für die Rettung von Menschen vor dem Ertrinken rechtfertigen muss“, sagte Seehofer vor Journalisten in Berlin.
Der Thüringer CDU-Vorsitzende Mike Mohring hatte am Rande der CSU-Klausur in Kloster Banz gewarnt: „Wir dürfen keine Anreize setzen, dass die Schlepperfunktion sozusagen zur Dauereinrichtung wird.“ Auch CSU-Landtagsabgeordnete sprachen sich in klaren Worten dagegen aus. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und CSU-Chef Markus Söder wichen einer Festlegung aus.
Seehofer wies darauf hin, dass Deutschland seit Juli 2018 lediglich die Aufnahme von 565 aus Seenot geretteten Migranten zugesagt habe, erst 225 hätten Deutschland bisher erreicht. Er betonte, die CSU müsse auf ihre christliche Komponente achten. cd