Berlin – Die Deutsche Bahn hat die Beschlüsse des Klimakabinetts als „hervorragende Nachrichten“ begrüßt. „Nach unseren ersten Schätzungen stärkt die Bundesregierung den deutschen Bahnsektor zusätzlich mit mehr als 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030“, erklärte Bahnchef Richard Lutz. Die Beschlüsse zeigten, „dass Klimaschutz, Wachstum und Beschäftigung keine Gegensätze sind“. Es handele sich um das größte Investitionsprogramm in der Geschichte der Bahn.
Sie erhält von 2020 bis 2030 zusätzliches Eigenkapital von einer Milliarde Euro pro Jahr. Bis Ende 2030 sind dies elf Milliarden Euro, die in die Modernisierung und den Ausbau des Bahnsystems fließen sollen. Zudem soll die Mehrwertsteuer für Fernverkehrstickets von 19 auf sieben Prozent sinken – Bahnfahren wird so im Fernverkehr zehn Prozent günstiger.
Vor allem Ausbau und die Digitalisierung des Schienennetzes will die Bahn möglichst schnell vorantreiben. Engpässe an Knotenbahnhöfen sollen beseitigt, neue Schienen verlegt werden, kündigte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla an. „Der Deutschlandtakt kommt nun in greifbare Nähe“, sagte er am Sonntag. Dabei sollen besser abgestimmte Umsteige-Verbindungen die Züge pünktlicher und Reisezeiten kürzer machen. Der Zeitplan dafür ist aber noch offen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt zur Eile. „Die Bahn hat nicht nur ein Kapazitäts- und Zuverlässigkeitsproblem, sondern auch eine Qualität, die einiges zu wünschen übriglässt“, sagte die Leiterin des Teams Mobilität und Reisen, Marion Jungbluth, dem „Handelsblatt“. Es brauche Verbesserungen bei Angebot und Qualität.