Beben in der Ferien-Branche

von Redaktion

Nach Thomas-Cook-Pleite: Hunderttausende sitzen im Ausland fest

München – Schock für hunderttausende Urlauber und tausende Mitarbeiter: Die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook sorgt für schwere Turbulenzen in der Tourismusbranche. 150 000 Reisende aus Großbritannien sitzen im Ausland fest und sollen zurückgeholt werden. Die Hiobsbotschaft trifft auch Urlauber aus Deutschland, die nicht wie geplant in die Ferien starten konnten. Die deutsche Tochter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen stoppte den Reise-Verkauf.

Mit der deutschen Thomas Cook sind nach Unternehmensangaben derzeit 140 000 Gäste unterwegs. Die GmbH teilte mit, man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen stattfinden. Der zum Konzern gehörende Ferienflieger Condor darf betroffene Urlauber nicht mehr an ihr Ziel bringen.

Condor hielt den Flugbetrieb bis auf Weiteres planmäßig aufrecht. Die Fluggesellschaft beantragte von der Bundesregierung einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit, um „Liquiditätsengpässe“ zu verhindern. Dabei soll es sich um rund 200 Millionen Euro handeln. Die Bundesregierung arbeitet nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mit Hochdruck daran, den Überbrückungskredit zu prüfen.

Der Tourismusverband der griechischen Insel Kreta sprach von einem „Erdbeben der Stärke 7“. Die Türkei kündigte 50-Millionen-Euro-Kredithilfen für den Tourismus an. Das Auswärtige Amt sagte gestrandeten deutschen Urlaubern Unterstützung zu. Der Club-Anbieter Aldiana, an dem Thomas Cook eine Minderheit hält, ist nach eigenen Angaben nicht von der Insolvenz betroffen.  mm

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