Stadtsparkasse kündigt Verträge

von Redaktion

28 000 Prämiensparer betroffen – Bald Minuszinsen für Neukunden?

München – Die Stadtsparkasse München kündigt ihren langjährigen Prämiensparern zum Jahresende. 28 000 Verträge mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro sind betroffen. Vorstandschef Ralf Fleischer betonte gestern, dass nur Verträge, die keine feste Laufzeit vereinbart und den Höchstprämiensatz bereits erreicht hätten, gekündigt werden. Heute bekommen die Sparer Post vom Geldinstitut.

Fleischer verteidigte diesen Schritt: „Wir sehen uns wegen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu gezwungen.“ Altverträge seien zum Teil mit zwei oder drei Prozent verzinst. „Solch unverhältnismäßig hohen Renditen sind nicht mehr zeitgemäß“, führte der Sparkassenchef aus. „Die Notenbank treibt uns Institute zu solchen Maßnahmen.“ Allein die Stadtsparkasse München hofft mit den auslaufenden Prämiensparverträgen 20 Millionen Euro jährlich einzusparen. Die Kreissparkassen Erding-Dorfen, Fürstenfeldbruck und Nürnberg und im August auch die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen haben solche Verträge bereits gekündigt. Andere Institute wollen folgen.

Gleichzeitig bereitet die Stadtsparkasse München mögliche Minuszinsen vor. Bei Kunden, die ab dem 1. Oktober ein neues Giro oder Cashkonto eröffnen, räumt sich das Geldinstitut die Möglichkeit ein, für Einlagen über 100 000 Euro zu einem späteren Zeitpunkt ein sogenanntes „Verwahrentgelt“ zu berechnen. Auslöser war die Entscheidung der EZB im September, den Einlagensatz von Bankeinlagen auf minus 0,5 Prozent zu drücken.

Kunden mit bestehenden Konten trifft diese Regelung nicht. se

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