München – Nach der Einführung in Nürnberg soll ein 365-Euro-Jahres-Ticket für Schüler und Azubis nun auch im Münchner MVV-Gebiet schnell kommen. „Wir brauchen jetzt Tempo“, sagt der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU), der Sprecher der MVV-Landkreise ist. Schon bei der nächsten Gesellschafterversammlung am 6. Dezember werde dies Thema sein. „Wenn wir wollen, dass es zum nächsten Schuljahr kommt, müssen wir es dann beschließen“, sagte Niedergesäß unserer Zeitung.
Am Montag hatten Staatsregierung, Stadt und Landkreis in Nürnberg angekündigt, dass das 365-Euro-Jahresticket im Verkehrsverbund des Großraums Nürnberg (VGN) ab dem nächsten Schuljahr, also ebenfalls ab September 2020, eingeführt wird. Beziehen können das Ticket Schüler und Azubis, eine Altersgrenze gibt es nicht. Weil die Tickets im Schnitt billiger werden, gibt es für den Nürnberger Verkehrsverbund Einnahmeausfälle in Höhe von 43 Millionen Euro. Freistaat und Kommunen haben sich auf eine Kostenaufteilung geeinigt, die auch für den MVV gelten würde: Der Freistaat übernimmt zwei Drittel, Stadt und Landkreis ein Drittel. Bis zur Gesellschafterversammlung könnte eine Kostenschätzung auch für den MVV vorliegen. Freistaat und MVV-Kommunen seien in Verhandlungen. „Ich habe den Eindruck, dass wir uns aufeinander zu bewegen“, sagte Niedergesäß. Als „Langfristziel“ soll auch ein 365-Euro-Jahresticket für Erwachsene folgen, sagte Ministerpräsident Markus Söder. Der MVV ist derzeit noch mit der Tarifreform beschäftigt. Sie kommt im Dezember. Dabei werden die 16 Ringe durch sieben Zonen sowie eine M-Zone für München ersetzt. dw