Bayern prüft ICE zum Flughafen

von Redaktion

Machbarkeitsstudie soll 2020 vorliegen – Neubautrasse offen

München – Der Plan, den Flughafen München an die Fernbahn anzubinden, nimmt konkrete Formen an. Mit einer Machbarkeitsstudie will der Freistaat mögliche Varianten für einen ICE-Halt am Flughafen prüfen. Die Studie solle in der zweiten Jahreshälfte 2020 vorliegen, sagte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) unserer Zeitung.

Die ICE-Anbindung sei wichtig, „damit Inlandsflüge wegfallen“, sagte Reichhart. Die Studie soll klären, „welche Varian-te nicht nur für den flughafenbezogenen Verkehr, sondern auch für das Umland den größten Nutzen bringt“. Das ist wichtig, da ein ICE-Halt alleine möglicherweise nicht den erforderlichen Kosten-Nutzen-Faktor erhalten würde, wie Fachleute befürchten.

Mit Spannung wird unter Eisenbahnexperten erwartet, welche Trassen in der Studie als machbar genannt werden. Der Flughafen liegt an einer bisher nur vom Regionalverkehr genutzten Bahnstrecke München-Landshut. ICE-Züge auf dieser heute schon überlasteten Route fahren zu lassen, wird allgemein für nicht sinnvoll erachtet. Die Hauptachse für den ICE-Verkehr München-Ingolstadt (über Dachau) liegt indes weiter westlich. Um eine Verbindung von dort bis zum Flughafen zu schaffen, wäre eine Neubautrasse erforderlich. Trotzdem hält das Verkehrsministerium die Anbindung für vordringlich.

Reichhart äußerte sich vor der Verkehrsministerkonferenz, die heute in Frankfurt beginnt. Die Minister wollen sich dort für eine Verdoppelung der Bundesgelder für die Bahn von heute 77 Euro pro Kopf auf 150 Euro und die Bildung eines „Sonderfonds Schienenverkehr“ einsetzen. dw

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