London: Einigung im Brexit-Streit quasi unmöglich

von Redaktion

London/Berlin – Die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU stehen auf der Kippe: Nach einem Telefonat von Premierminister Boris Johnson mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kam Downing Street gestern zu dem Schluss, dass eine Einigung „praktisch unmöglich“ sei, wie eine britische Regierungsquelle erklärte. Merkel hatte demnach von Johnson Kompromissbereitschaft in der Nordirland-Frage verlangt, ansonsten sei ein Brexit-Abkommen „extrem unwahrscheinlich“. EU-Ratspräsident Donald Tusk warf Johnson „ein dummes Schwarzer-Peter-Spiel“ vor. Kernforderung Londons ist, dass Nordirland nach dem Brexit am 31. Oktober in einer Zollunion mit Großbritannien bleibt. Kontrollen im Warenhandel mit Irland sollen aber nicht an der Grenze, sondern „dezentralisiert“ erfolgen. Die EU zweifelt an der Umsetzbarkeit dieses Vorschlags und ist dagegen, dass das nordirische Parlament alle vier Jahre entscheiden soll, ob diese Regelung beibehalten wird.

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