Damaskus/Berlin – Fast 800 Angehörige von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind nach jüngsten Angaben der kurdischen Behörden aus einem Lager in Nordsyrien geflohen. 785 Frauen und Kinder seien aus der Einrichtung in Ain Issa entkommen, teilte die Verwaltung gestern mit. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verließen die Wachen das Lager, nachdem es in der Nähe Gefechte der türkischen Armee mit kurdischen Kämpfern gegeben hatte. Seit Beginn der türkischen Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) besteht international die Sorge, dass die inhaftierten 12 000 IS-Kämpfer, darunter bis zu 3000 Ausländer, aus den Gefängnissen Nordsyriens fliehen könnten.
Als Reaktion auf die türkische Offensive hat die Bundesregierung die Rüstungsexporte an den Nato-Partner teilweise gestoppt. Außenminister Maas gab bekannt, dass keine Waffenlieferungen mehr genehmigt werden, die in Syrien eingesetzt werden könnten. Auch Frankreich, Schweden, die Niederlande, Finnland und Norwegen schränkten ihre Exporte ein.