Miesbach/Walchensee – Das Ausflugswetter am Wochenende hat die Bergregion an den Rand des Kollabierens gebracht. Zufahrtsstraßen, Parkplätze und Bergbahnen waren überfüllt, die Bayerische Oberlandbahn (BOB) musste am Sonntag den Notstand ausrufen.
Hochbetrieb herrschte besonders an den Talstationen der bekannten Bergbahnen. Die Herzogstandbahn (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) meldete noch am Sonntagnachmittag „lange Schlangen“. Bereits ab 9.30 Uhr war der Parkplatz überfüllt. Auch an der Blombergbahn bei Bad Tölz reichten die Parkplätze nicht aus für den großen Ansturm. „Hunderte Gäste stehen an der Kasse“, berichtete eine Mitarbeiterin. Ähnlich groß war der Andrang an der Wallbergbahn (Kreis Rottach-Egern). 1300 Wanderer sind dort bis zum Nachmittag mit der Bahn auf den Berg gefahren. „Dazu kommen ganz, ganz viele, die zu Fuß hoch gegangen sind“, sagte die Kassenteamleiterin, die seit Betriebsbeginn vor Ort war. „Als wir um kurz nach halb neun die Türen aufgemacht haben, sind die Leute schon angestanden“, erzählte sie. BOB-Chef Fabian Amini meldete gegen Mittag Kapazitätsengpässe „insbesondere Richtung Schliersee“ – und das, obwohl alle verfügbaren Züge im Einsatz seien. Die BOB konnte aber später spontane Busse organisieren. Auch für den Rücktransport erwartete Amini Probleme. Auf der B 307 zum Schliersee herrschte Dauerstau.
Am Walchensee demonstrierten gestern 150 Anwohner gegen „rücksichtslose Besucher“, wie sie ein Mitorganisator nannte, die Hauseinfahrten zuparken, Müllberge hinterlassen oder nachts in verbotenen Bereichen campieren. Die Bürger fordern mehr Kontrollen von den Behörden und hohe Strafen, etwa für Wildparker am Südufer. „In Österreich gelten ganz andere Gesetze“, hieß es.
Auch abseits der Berge war sehr viel los. In Stegen am Ammersee und am Wörthsee etwa war am Nachmittag alles dicht. „Wir verteilen Knöllchen, aber es kommen immer noch mehr Leute raus“, sagte ein Sprecher der Polizei. dw/cla/müh/ps