Kurden rufen Assad zu Hilfe

von Redaktion

„Schmerzhafter Kompromiss“ – Trump kündigt Sanktionen an

Damaskus/Istanbul – In ihrem erbitterten Kampf gegen türkische Truppen erhalten die Kurdenmilizen in Nordsyrien Unterstützung der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Die syrischen Soldaten seien zwischen den nordostsyrischen Städten Al-Hassaka und Ras al-Ain eingerückt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Nach Angaben der syrischen staatlichen Nachrichtenagentur Sana erreichten die Regierungstruppen ebenfalls die Stadt Tall Tamar nordwestlich von Al-Hassaka. Sie befinden sich damit in einem Gebiet, in dem die Türkei eine sogenannte Sicherheitszone errichten will. Fernsehberichten zufolge warfen Menschen ihnen Blumen zu und sangen „Tod für Erdogan“. Auf den von Sana verbreiteten Bildern schwenkten Menschen bei Autokorsos in der Stadt die syrische Fahne.

Die syrische Armee wolle im Norden der „türkischen Aggression auf syrischem Boden entgegentreten“, berichtete Sana. Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bezeichneten die Vereinbarung mit der Regierung in Damaskus einen schmerzhaften Kompromiss. „Wir stehen den türkischen Messern jetzt mit nackter Brust entgegen“, schrieb SDF-Kommandant Maslum Abdi in einem Beitrag für das US-Magazin „Foreign Policy“. Die Zusammenarbeit mit Assad und dessen Verbündetem Russland habe notgedrungen stattgefunden.

Der türkische Einsatz gegen die Kurdenmilizen stößt international auf scharfe Kritik. Die EU konnte sich aber nicht auf ein gemeinsames Waffenembargo gegen die Türkei einigen.

US-Präsident Donald Trump kündigte Sanktionen gegen die Türkei an. In einer Mitteilung Trumps hieß es, unter anderem würden wegen der „destabilisierenden Handlungen der Türkei in Nordost-Syrien“ Strafzölle auf Stahlimporte aus der Türkei wieder auf 50 Prozent angehoben.

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