München – Mit offiziell 91,3 Prozent hat der CSU-Parteitag Markus Söder als Vorsitzenden im Amt bestätigt. Das waren vier Punkte mehr als bei seiner ersten Wahl im Januar. Er bleibt nun für weitere zwei Jahre Parteichef. Die CSU rechnete für das Ergebnis die 31 ungültigen Stimmen heraus. Andernfalls würde Söder bei knapp 87,5 Prozent landen. Er hatte die CSU zuletzt auf einen ökosensibleren Kurs gebracht.
In seiner Rede zeigte sich Söder wie erwartet kämpferisch. Er attackierte vor allem die AfD („die neue NPD“) und warf den Grünen vor, den Weg der Mitte weit nach links zu verlassen. Er bat seine Partei eindringlich um Geschlossenheit. Der 52-Jährige verwies mehrfach auf die schwierige Lage der CSU im Jahr 2018 und kritisierte erneut den Unions-Streit über die Flüchtlingspolitik scharf. Man habe sich zwischenzeitlich in eine „Existenzkrise“ begeben. Ungewöhnlich: Unmittelbar danach meldeten sich zwei verärgerte Delegierte zu Wort und kritisierten die Parteilinie scharf. Unter anderem habe sich die CSU bei der Maut „bis auf die Knochen blamiert“. Dafür gab es vereinzelt Beifall.
Als stellvertretende CSU-Vorsitzende wurden Manfred Weber (93,4 Prozent), Angelika Niebler (82,5), Dorothee Bär (überraschend nur 71,6), Melanie Huml (84,7) und neu der Augsburger Landrat Martin Sailer (83,9 Prozent) gewählt.
Heute geht der Parteitag in der Olympiahalle mit einer Rede der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer zu Ende. Entspannungssignal: Der Parteitag lehnte den Antrag der JU, eine Urwahl über den Kanzlerkandidaten vorzuschreiben, mit klarer Mehrheit und auf dringenden Söders Rat ab. cd/mik