London – Das Brexit-Drama dauert an: Das britische Unterhaus hat Premierminister Boris Johnson am Samstag dazu gezwungen, bei der EU eine erneute Brexit-Verschiebung zu beantragen. Johnson stellte den geforderten Antrag, unterschrieb ihn aber nicht. Er bekräftigte, dass er das mit der EU vereinbarte Austrittsabkommen noch vor dem 31. Oktober durchs Parlament bringen will. Die EU will erst in einigen Tagen über die Fristverlängerung entscheiden.
Das Londoner Unterhaus hatte am Samstagnachmittag in einer Sondersitzung – der ersten Sitzung an einem Samstag seit dem Falklandkrieg 1982 – eine mit Spannung erwartete Abstimmung über Johnsons Brexit-Abkommen vertagt.
Johnson telefonierte nach Angaben seiner Regierung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte. Die französische Regierung hatte zuvor erklärt, niemand habe ein Interesse an einer erneuten Verzögerung beim Brexit. Dem Austrittsabkommen müsste auch das Europaparlament noch zustimmen.