„Made in Germany“ in Verruf

von Redaktion

Diesel-Skandal zeigt Wirkung – Stärkster je gemessener Einbruch

München – Das Ansehen der Produkte „Made in Germany“ bröckelt. Laut dem „Trust-Barometer“ der US-Agentur Edelman, für den jeweils 1000 Menschen in anderen Industrieländern befragt wurden, stürzte das Vertrauen in deutsche Unternehmen binnen zwölf Monaten um 15 Punkte auf 44 Prozent und damit in den Misstrauensbereich ab. Der Barometer wird seit 20 Jahren erstellt. Einen derartigen Vertrauensverfall gab noch nie.

Vor allem die Skandale um die Abgas-Manipulationen der deutschen Autobauer hätten den Ruf Deutschlands massiv beschädigt, erklärt Richard Edelman, Chef des gleichnamigen Marktforschungsunternehmens. „Das Vertrauen in die deutsche Verlässlichkeit wurde zerstört“, sagte Edelman dem „Handelsblatt“. Allerdings seien es nicht allein die Skandale, die die deutsche Wirtschaft in ein schlechtes Licht rücken. Zum miesen Image in den USA trage auch die Kritik von US-Präsident Donald Trump bei. Edelman nimmt an, dass diese Kritik besonders unter den Republikanern Wirkung zeige. Unter ihnen hätte Deutschland stets als faire Handelsnation gegolten. Dies habe sich durch die Debatte über Zölle verändert. Denn dass es Zölle gibt, die den Verkauf amerikanischer Autos in Deutschland erschweren, hätten viele Amerikaner gar nicht gewusst. „Viele haben bei unfairem Handel nie an Deutschland gedacht, sondern höchstens an China“, so Edelman.

Er glaubt dennoch, dass Deutschland das Ruder herumreißen kann. Und zwar indem es nicht nur gute Produkte herstellt, sondern auch dafür sorgt, dass man wissenschaftlichen Studien und der Industrie wieder vertrauen kann: „Aussagen zum Spritverbrauch müssen stimmen.“

Artikel 6 von 11