Frankfurt – Deutschlands Arbeitnehmer werden nach Einschätzung der Bundesbank künftig erst mit fast 70 Jahren in Rente gehen können. „Durch die demografische Entwicklung gerät die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung künftig unter erheblichen Druck“, stellt die Notenbank in ihrem Monatsbericht Oktober fest. Daher seien weitere Reformen notwendig, wichtigster Ansatzpunkt sei das Rentenalter.
Seit 2012 wird die Altersgrenze für den Bezug der gesetzlichen Rente schrittweise von 65 auf 67 Jahre im Jahr 2031 angehoben. Dies dürfte nach Expertenansicht nicht ausreichen, da ab Mitte der 2020er-Jahre die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichen. Die Bundesbank regt daher an, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. Dies würde die Rentenkasse entlasten und gleichzeitig durch eine höhere Erwerbstätigkeit das gesamtwirtschaftliche Potenzial stärken.
Das jüngste Rentenpaket der Bundesregierung garantiert bis 2025 ein Absicherungsniveau bei 48 Prozent – dieses markiert das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn. Zudem soll der Beitragssatz nicht über 20 Prozent des Einkommens steigen. Ohne weitere Reformen rechnen Experten danach mit einem sinkenden Rentenniveau und steigenden Beiträgen.