Berlin/Brüssel – Mit ihrem Vorstoß für eine Sicherheitszone in Syrien hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Koalitionspartner und Verbündete im Ausland überrumpelt. Der Vorstoß habe „eine gewisse Irritation bei unseren Partnern“ ausgelöst, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) in Berlin. Auch er selbst habe noch viele Fragen. Die Spitzen der Schwesterpartei CSU weihte Kramp-Karrenbauer vorab nicht ein, den Außenminister informierte sie nur per SMS.
Die SPD reagierte verärgert. „Von SMS-Diplomatie halte ich wenig. Daraus wird schnell eine SOS-Diplomatie“, stellte Maas klar. Er verwies darauf, dass es „unter den Partnern keine Diskussion über die Errichtung einer internationalen Schutzzone“ in der Region gebe. Auch international warf Kramp-Karrenbauers Vorstoß Fragen auf. Aus Nato-Kreisen hieß es am Dienstag, ihr Vorschlag sei nicht offiziell eingebracht und somit auch nicht diskutiert worden. Angela Merkel stellte sich dagegen hinter den Vorstoß. Er sei sehr vielversprechend, „auch wenn noch viele Fragen offen sind“, wurde die Kanzlerin aus einer Sitzung zitiert.