München – Schnell über eine App einen Mietwagen mit Fahrer bestellen – das funktioniert bisher nur in Großstädten. Nun will der Fahrdienstvermittler Uber auch ländliche Räume für sein Geschäftsmodell erschließen. Ein erstes Pilotprojekt in Kirchheim (Landkreis München) soll zeigen, ob es funktionieren würde. Dann ist eine Ausweitung auf andere Orte und Regionen denkbar.
Neben Kirchheim und Poing nehmen auch die Gemeinden Aschheim, Pliening und Feldkirchen teil. Öffentliche Zuschüsse gebe es nicht, sagt ein Unternehmenssprecher.
Fahrten innerhalb der Gemeinde und auch solche in die Nachbarorte kosten fünf Euro. Für eine nächtliche Fahrt nach München oder aus München zurück nach Kirchheim werden 15 Euro verlangt. Eine S-Bahn-Einzelfahrkarte von S-Bahnhof Heimstetten, der auf Kirchheimer Gemeindegebiet liegt, zum Münchner Hauptbahnhof kostet 5,80 Euro.
Skeptisch reagiert das Taxi-Gewerbe. Frank Kuhle vom Landesverband der Taxi- und Mietwagenunternehmer kritisierte Dumpingpreise und Marktverdrängung. Die Preise würden die Kosten nicht decken, sagte er. Er befürchtet nicht nur, dass der Pilotversuch zulasten der eigenen Branche geht, sondern rechnet auch mit einer Abwanderung vom Linienverkehr.
Dass Uber zu dem Projekt Geld zuschießt, ist gar kein Geheimnis. „Zum Start investieren wir quasi in die Marktforschung“, sagte Deutschland-Chef Christoph Weigler. Dass ein späterer Regelbetrieb ähnlich günstig wird, ist nicht zu erwarten. Man wolle, so Weigler, erst lernen, wie eine wirtschaftliche Kalkulation aussehen könnte.