München – In ungewöhnlich klaren Worten hat Oberbayerns CSU-Chefin Ilse Aigner ihren Machtanspruch in der Partei bekräftigt. „Ich bin Vorsitzende des größten Bezirksverbands und gedenke das zu bleiben“, sagte sie vor Journalisten im Landtag. Jedes andere „Gerede“ bezeichnete sie als „erledigt“. Sie will sich über 2021 hinaus zur Wiederwahl stellen.
Aigner war im Sommer mit einem guten Ergebnis von 92 Prozent als CSU-Bezirkschefin wiedergewählt worden. Nach einem zähen Ringen um ihre vier Stellvertreter wurde allerdings wiederholt gemutmaßt, Aigners Zeit an der Spitze werde mit der zweijährigen Amtszeit enden. Halblaut fielen unter anderem die Namen der Söder-Vertrauten Michaela Kaniber und Florian Hahn als potenzielle Nachfolger, auch von Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. In den letzten Monaten hat sich das phasenweise belastete Verhältnis von Aigner und Söder aber erheblich und spürbar verbessert.
„Ich werde jetzt 55. Ich habe noch eine Strecke vor mir“, sagte Aigner. Auch ihr vor exakt einem Jahr angetretenes Hauptamt als Präsidentin des Landtags sei „kein Austragsstüberl“, sagte sie, „dafür bin ich zu jung“. Aktuell bereite ihr das Amt viel Freude, sie schließt aber nicht aus, nach der Landtagswahl 2023 ein anderes zu übernehmen. cd